MYTHEN UND FAKTEN RUND UM DEN KLIMAWANDEL UND ERNEUERBARE ENERGIEN

Das Klima hat sich schon immer geändert. Der menschliche Einfluss auf die Klimaänderung ist gering. Wichtiger ist der Einfluss der Sonneneinstrahlung.

Fakten:

Die Sonnenaktivität ist nicht die Ursache für den Klimawandel

Messungen zeigen: Wäre die Sonnenaktivität ein entscheidender Faktor, so müssten die Temperaturen in den Vergangenen Jahren gesunken sein, nicht gestiegen. Klimaänderung ist keine Glaubensfrage, sondern die nachprüfbare Erkenntnis aus jahrzehntelanger Forschung. 97% der Klimaforscher weltweit stimmen überein, dass wir Menschen die Klimaänderung verursachen. Die Folgen sind bekannt: Extreme Überflutungen, Dürren, immer heftigere Wirbelstürme, Felsstürze und Vermurungen. Keine Wunder wenn man bedenkt, dass sich in Teilen der Steiermark bereits heute die Durchschnittstemperatur um 3,6 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter erhöht hat. Die 2 Grad des Pariser Klimaabkommens wurden damit im Binnenland Österreich bereits deutlich übertroffen.

Die Behauptung dass sich das Klima schon oft gewandelt habe ist nicht falsch. Viele Faktoren haben unser Klima zu verschiedenen Zeiten beeinflusst. Die Forschung zeigt jedoch deutlich, dass keine dieser natürlichen Klimafaktoren für die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit und den beobachteten Temperaturanstieg verantwortlich gemacht werden kann. Die natürlichen Faktoren hätten sogar eher zu einer geringfügigen Abkühlung in den letzten Jahren führen müssen. Es sind daher unbestreitbar menschliche Einflüsse, die die Erde derzeit aufheizen. Der durch die Freisetzung des in fossilen Brennstoffen gespeicherten CO2 ausgelöste Treibhauseffekt führt zu einer Erwärmung der unteren Atmosphäre bis ca. 10km Höhe, wo hingegen die Temperatur über 10km im Mittel kontinuierlich sinken, was wegen der geringeren Sonnenaktivität zu erwarten war.

Nach dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen wird der Klimaschutz von keinem mehr ernst genommen.

FAKTEN

Stimmt nicht. Die Uhr lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Der angekündigte Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen wird zwar dessen Umsetzung nicht erleichtert, es zeigen jedoch zahlreiche Reaktionen und Klimaschutz-Bekenntnisse aus vielen Staaten, US-Bundesstaaten und von Städten und Unternehmen, dass eine komplette Trendumkehr weder möglich noch gewünscht ist.
Am Beispiel von Kalifornien – wo mit Arnold Schwarzenegger ein Österreicher den Karren im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Insolvenz-Sumpf gezogen hat – sieht man dass mit erneuerbaren Energien mehr wirtschaftlicher Erfolg erreichbar ist als mit der alten, auf fossilen Brennstoffen basierender Technologie. Kalifornien ist heute erfolgreicher als die Nachbarstaaten Arizona, Utha oder New Mexico zusammen. Warum sollte etwas ähnliches nicht auch im Pongau, in Salzburg oder Österreich möglich sein?
Weltweit fällt die Stromproduktion auf Basis von Kohle seit 2013 kontinuierlich. Auch die Zahl neu geplanter Kohlekraftwerke geht deutlich zurück. Seit 2016 ist erstmals in der Geschichte der US-Stromproduktion Kohle nicht mehr der wichtigste Energieträger. Während der Kohleanteil an der Stromproduktion in den 80er- und 90er-Jahren stets über 50% lag, ist er in den vergangenen Jahren auf 30% zurückgefallen.
Nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch aus Kostengründen verliert Kohle an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Erdgas und erneuerbaren Energien, auch in China, dem bisher größten Nutzer von Kohle zur Energieumwandlung.

Trotz dieser Marktentwicklung ist klar, dass die Energiewende kein Selbstläufer ist, sondern ambitionierte Ziele und entsprechende Rahmenbedingungen braucht.

Die erneuerbaren Energien bleiben für die nächsten Jahrzehnte nur eine Randerscheinung am globalen Energiemarkt. Fossile Energieträger werden weiterhin dominieren.

FAKTEN

Die erneuerbaren Energien als Wachstumsmarkt

Aktuelle Marktzahlen von 2016 sprechen eine deutliche Sprache: Fast zwei Drittel (165 Gigawatt) der gesamten neuen Stromerzeugungskapazität kommen weltweit aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Insbesondere die Photovoltaik verzeichnet deutliche Zuwächse weil die Preise für Paneele und Elektronik in den letzten Jahren nochmals ordentlich gefallen sind. Heute ist die Kilowattstunde PV-Strom bereits billiger als die über einen Versorger gekaufte, und mit aufbrechen des Stromverbunds mit Ende 2018 ist zu erwarten dass sich dieses Ungleichgewicht nochmals verstärkt.

In den kommenden fünf Jahren rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) mit einem Kapazitätszuwachs aus regenerativen Quellen um 43% bzw. 920 Gigawatt. Das entspricht knapp der Hälfte der weltweiten Gesamtkapazität aus Kohle (ca. 2.000 Gigawatt), deren Aufbau immerhin 80 Jahre dauerte.

Aufgrund der Kostensenkung im Bereich erneuerbarer Energie kann bei zuletzt konstant gebliebenen Investitionen (jährlich rund 300 Mrd. US$ im 7-Jahresschnitt) deutlich mehr Kapazität errichtet werden. Österreich hat große Chancen, in diesem globalen Markt mitzuspielen, jedoch braucht es Initiative und einen klaren Kurs in Europa und Österreich, um den Heim- und Referenzmarkt als Stärkefeld nützen zu können.